Grundschulwäldchen

Wertingen/Emersacker

 

                                       

Ein Loch in den Waldboden zu stechen ist gar nicht so einfach. Das merkt Sofie Hohenreuther schnell, die zusammen mit Emmi Karl, Nadine Fußan und Lilly Holst ein Team bildet.                                                                                                                        
Auch die Buben ein paar Meter weiter sind froh, dass ihnen einer der Waldarbeiter hilft. Sebastian Rogg weiß auch, warum es so schwer geht: „Die Erde ist hart. Darunter sind dann noch Steine und Wurzeln.“ Als das Loch für die Wurzeln der kleinen Rotbuchen oder Buchen groß genug ist, setzen sie den kleinen Baum schnell hinein, geben mit den Fingern die Erde über die Wurzeln und treten zum Abschluss die Erde fest.
Weiter geht’s zum nächsten Baum. Fabian Schäble und Bilal Temizyürik erzählen, dass sie daheim schon mal mitgeholfen haben, einen Baum zu pflanzen. Begeistert machen sie weiter. Mit ihrer Lehrerin Margarethe Zikeli waren die 20 Mädchen und Buben der Klasse 4b der Grundschule Wertingen in den Fuggerschen Stiftungswald bei Emersacker gefahren. In die Abteilung „Großkopf“, wo jetzt das „Wertinger Grundschulwäldchen“ zu finden ist. Auf einem Schild haben alle Schüler unterschrieben - auch Kay Dafler aus Rain am Lech. Er vertritt die Organisation „Plant-for-the-planet“. Hier engagieren sich Kinder, welche die Klimakrise durch das Pflanzen von Bäumen stoppen wollen. „Ihr könntet auch mitmachen und als Botschafter unterwegs sein“, erklärt Kay den Viertklässlern. Im November, bei der Vergabe des Fugger-Wissenschaftspreises in Augsburg, nahm die Festrednerin Clara Slawik den Organisatoren das Versprechen ab, einen Baum zu pflanzen. Sie engagiert sich ebenfalls für „Plant-for-the-planet“. Doch die Fuggerschen Stiftungen beließen es nicht bei einem Baum, sondern pflanzten anlässlich des Tags des Baumes am 25. April mit den Wertinger Viertklässlern gleich ein ganzes Wäldchen mit 1000 Bäumen. Eben das „Wertinger Grundschulwäldchen“. Johannes Mayer, der seit März als Nachfolger des Revierförsters Gerhard Hübner eingearbeitet wird, hat die Aktion vorbereitet. Dabei betreute jeweils ein Mitarbeiter eine kleine Gruppe mit drei oder vier Kindern. „Nicht nur die Qualität der Pflanzen muss stimmen, sie müssen auch fachgerecht eingepflanzt werden“, steht für Forstdirektor Dauner außer Frage. Denn aus dem vorherigen Fichtenbestand soll ein stabiler Mischwald werden. Wolf-Dietrich Graf von Hundt, Administrator der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungen, freut sich über die Begeisterung der Neun- bis Zehnjährigen und betont: „Das ist die beste Art, Kinder an die Natur heranzubringen.“ Forstdirektor Hartmut Dauner hat aber auch die Erfahrung gemacht: „Schüler vom Land sind in der Regel begeisterungsfähiger für den Wald als die aus der Stadt.“ Begeistert ist auf jeden Fall Clemens Fuhrer: „Hier muss man sich anstrengen und kann richtig arbeiten.“ Vor allem macht ihm Spaß, dass alle zusammenhelfen. „Wir sind die nächsten Förster“, sind sich Florian Jabs und Fabian Schalk mit Clemens einig. Sie haben die Bäume, die sie gepflanzt haben, mit Holzplatten markiert, erklären sie. Denn sie wollen schauen, was aus ihrem Wald wird. Vielleicht auch mal später mit ihren Kindern.